Was ist mein Gold wert? Goldwert pro Gramm einfach berechnen
Gewicht, Feingoldanteil und Tageskurs ergeben den Materialwert Ihres Goldes. Hier lesen Sie, wie Sie ihn selbst ausrechnen, was die Punzen bedeuten und woran Sie ein faires Angebot erkennen.
Kurz gesagt: Der Materialwert Ihres Goldes ergibt sich aus einer einzigen Formel: Gewicht in Gramm × Feingoldanteil × aktueller Goldpreis pro Gramm.
Ein seriöser Ankauf orientiert sich eng an diesem Materialwert und schlüsselt Ihnen die Rechnung offen auf. Alles, was deutlich darunter liegt, ist ein schlechtes Angebot.
So berechnen Sie den Wert Ihres Goldes
Gold wird nicht als Schmuckstück bewertet, sondern als Rohstoff. Deshalb brauchen Sie nur drei Zahlen. Rechnen Sie in dieser Reihenfolge:
- Gewicht ermitteln: Wiegen Sie das Stück in Gramm. Wichtig ist, dass Sie Teile mit unterschiedlichem Feingehalt getrennt wiegen, weil sie später unterschiedlich gerechnet werden.
- Feingoldanteil ablesen: Der Stempel auf dem Schmuck nennt Ihnen den Anteil in Tausendstel. 585 heißt 585 von 1000 Teilen, also 0,585.
- Feingoldmenge berechnen: Gewicht × Feingoldanteil. Das Ergebnis ist die Menge reines Gold, die tatsächlich in Ihrem Stück steckt.
- Mit dem Tageskurs multiplizieren: Diese Feingoldmenge mal dem aktuellen Goldpreis je Gramm ergibt den Materialwert.
Der Goldpreis wird international in US-Dollar je Feinunze notiert und in Euro pro Gramm umgerechnet. Er bewegt sich börsentäglich, teils im Minutentakt. Deshalb finden Sie auf dieser Seite bewusst keine festen Beträge: Unser Preisrechner auf der Startseite arbeitet mit dem Live-Kurs und aktualisiert sich automatisch.
Feingehalt: Was 333, 585, 750 und 999 bedeuten
Reines Gold ist zu weich für Alltagsschmuck. Deshalb wird es mit Kupfer, Silber, Zink oder Palladium legiert. Diese Zusätze bestimmen Farbe und Härte, für den Wert zählt aber nur der Goldanteil. Die dreistellige Zahl auf dem Stempel gibt ihn in Tausendstel an, die Karatangabe beschreibt dasselbe in 24 Teilen.
| Stempel (Punze) | Karat | Feingoldanteil |
|---|---|---|
| 333 | 8 Karat | 33,3 % |
| 375 | 9 Karat | 37,5 % |
| 585 | 14 Karat | 58,5 % |
| 750 | 18 Karat | 75,0 % |
| 900 | 21,6 Karat | 90,0 % |
| 999 | 24 Karat | 99,9 % |
Praktische Folge: Zwei gleich schwere Ketten können sich im Wert mehr als verdoppeln, nur weil die eine 333er und die andere 750er ist. Sortieren Sie Ihre Stücke daher vor dem Wiegen nach Stempel.
Achtung bei Vergoldung: Angaben wie „GP", „HGE", „RGP" oder „plated" stehen für eine hauchdünne Goldauflage auf unedlem Metall. Solche Stücke haben praktisch keinen Materialwert, auch wenn sie optisch wie Massivgold wirken.
Wo finde ich den Stempel an meinem Schmuck?
Die Punze ist winzig und sitzt immer an einer Stelle, die beim Tragen nicht auffällt. Nehmen Sie helles Licht und eine Lupe oder die Zoomfunktion Ihrer Handykamera zu Hilfe:
- Ringe: innen auf der Ringschiene, meist gegenüber vom Kopf des Rings.
- Ketten und Armbänder: auf dem Verschluss selbst oder auf der kleinen Öse beziehungsweise Fahne direkt daneben.
- Ohrringe: auf dem geraden Stecker, auf der Brisur oder auf dem Verschlussplättchen.
- Anhänger: auf der Rückseite oder auf der Öse, durch die die Kette läuft.
- Uhren: auf dem Gehäuseboden, bei Goldbändern zusätzlich auf einem der Schließenteile.
Neben der Zahl sehen Sie oft ein Herstellerzeichen und bei älteren Stücken eine Krone oder Halbmond. Manchmal steht statt der Zahl nur „14K" oder „18K", das ist gleichbedeutend mit 585 und 750.
Kein Stempel gefunden? Das kommt häufiger vor als gedacht. Bei Erbstücken, umgearbeiteten oder polierten Schmuckstücken ist die Punze oft abgetragen, und viele ausländische Arbeiten wurden nie gestempelt. Der Feingehalt lässt sich dann mit einem Säuretest an einer unauffälligen Stelle oder zerstörungsfrei per Messgerät ermitteln. Wichtig: Ein Magnettest ersetzt das nicht. Er zeigt nur, dass magnetisches Material enthalten ist, nicht wie viel Gold vorhanden ist.
Beispielrechnung
Nehmen wir eine Panzerkette mit 10 Gramm Gewicht und dem Stempel 585.
- Gewicht: 10 g
- Feingoldanteil laut Stempel: 58,5 %, also 0,585
- Enthaltenes Feingold: 10 g × 0,585 = 5,85 g
Diese 5,85 g sind die einzige Größe, die vergütet wird. Sie multiplizieren sie mit dem aktuellen Goldpreis pro Gramm und erhalten den Materialwert. An diesem Ergebnis orientiert sich ein seriöser Ankauf.
Dieselbe Kette mit 333er Stempel enthielte nur 3,33 g Feingold, mit 750er Stempel dagegen 7,5 g. Da sich der Goldkurs täglich ändert, ist jede Euro-Angabe an dieser Stelle nach kurzer Zeit falsch. Setzen Sie Ihre Werte deshalb direkt in den Preisrechner auf der Startseite ein, dort rechnet der Live-Kurs mit.
Was zahlt ein seriöser Goldankauf?
Kein Händler zahlt dauerhaft mehr als den Materialwert, denn er muss das Metall einschmelzen und weiterverkaufen. Realistisch und fair ist eine Vergütung, die sich eng am tagesaktuellen Materialwert orientiert und Ihnen nach Gewicht, Feingehalt und zugrunde gelegtem Kurs offen aufgeschlüsselt wird.
Daran erkennen Sie ein unseriöses Angebot:
Wiegen im Hinterzimmer
Ihr Gold verschwindet zum Wiegen aus Ihrem Blickfeld. Seriös wird vor Ihren Augen gewogen, auf einer geeichten Waage mit ablesbarer Anzeige.
Kein nachvollziehbarer Kurs
Sie bekommen eine Endsumme, aber keine Rechnung dazu. Seriös ist die Aufschlüsselung nach Gewicht, Feingehalt, zugrunde gelegtem Kurs und Auszahlungsquote.
Druck und Eile
Angebote, die „nur heute" gelten, oder Drängen zur sofortigen Unterschrift. Ein gutes Angebot hält auch stand, wenn Sie es zu Hause noch einmal nachrechnen.
Versteckte Abzüge
Pauschalen für „Prüfung", „Scheidung" oder „Bearbeitung", die erst am Ende auftauchen. Prüfung und Bewertung sind bei uns kostenlos und unverbindlich.
Was den Wert NICHT beeinflusst
Viele Verkäufer unterschätzen ihr Altgold, weil es unansehnlich geworden ist. Für den Materialwert spielt das keine Rolle:
- Zustand und Politur: Kratzer, Anlaufen oder matte Oberflächen ändern den Feingoldanteil nicht.
- Defekte Teile: Gerissene Ketten, verbogene Ringe oder kaputte Verschlüsse werden ohnehin eingeschmolzen.
- Einzelstücke: Der übrig gebliebene Ohrring ohne Partner zählt genauso wie das Paar.
- Alter und Modegeschmack: Ein Stück aus den Siebzigern ist nicht weniger wert, weil es heute niemand mehr tragen würde.
- Fehlende Verpackung: Etui, Kaufbeleg oder Zertifikat sind für den Materialwert unerheblich.
Zwei Ausnahmen sollten Sie kennen: Sammlermünzen mit seltenem Jahrgang, geringer Auflage oder besonderer Erhaltung können deutlich über dem reinen Goldwert liegen, ebenso Markenschmuck und Luxusuhren bekannter Häuser, bei denen der Liebhaberwert zählt. Solche Stücke sollten Sie niemals ungeprüft als Altgold abgeben. Lassen Sie sie separat bewerten, bevor Sie sich entscheiden.
Was das Gewicht mindert: Steine, Perlen, Emaille, Stahlfedern in Verschlüssen oder Uhrwerke sind kein Gold und werden vom Metallgewicht abgezogen. Deshalb kann das Bruttogewicht auf Ihrer Waage höher liegen als das später abgerechnete Goldgewicht.
Häufige Fragen zur Wertermittlung von Gold
Wie viel ist 1 Gramm 585er Gold wert?
1 Gramm 585er Gold enthält 0,585 Gramm Feingold, also einen Feingoldanteil von 58,5 %. Der konkrete Betrag richtet sich nach dem Tageskurs und ändert sich laufend. Den aktuellen Wert rechnet Ihnen der Preisrechner auf der Startseite mit dem Live-Goldpreis aus.
Was bedeutet 750er Gold?
750er Gold besteht zu 75,0 % aus reinem Gold, das entspricht 18 Karat. Die restlichen 25 % sind Zusatzmetalle wie Kupfer, Silber oder Palladium, die Farbe und Härte bestimmen. Für den Wert zählt allein der Feingoldanteil von 75,0 %.
Ist gebrauchter Schmuck weniger wert?
Nein. Kratzer, Dellen, abgenutzte Ringschienen oder defekte Verschlüsse ändern den Feingoldanteil nicht. Wert mindern nur fehlende Teile, also weniger Gewicht, sowie eingearbeitete Fremdmaterialien wie Stahlfedern oder Steine, die vom Metallgewicht abgezogen werden.
Mein Schmuck hat keinen Stempel, was nun?
Ein fehlender Stempel bedeutet nicht, dass kein Gold vorliegt. Ältere, umgearbeitete oder ausländische Stücke tragen oft keine Punze oder sie ist abgetragen. Der Feingehalt lässt sich mit einem Säuretest oder einer zerstörungsfreien Messung bestimmen. Bei uns in Bremen-Findorff ist diese Prüfung kostenlos.
Wie genau muss ich wiegen?
Für eine erste Einschätzung reicht eine Küchenwaage mit 1 Gramm Genauigkeit. Für die Abrechnung ist eine geeichte Feinwaage mit 0,01 Gramm Auflösung üblich, denn schon Zehntelgramm verändern das Ergebnis spürbar. Wiegen Sie jeden Feingehalt getrennt, also 333er nicht zusammen mit 585er.
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